gehäuse1. Zeichnungen von Käthe Elter.

“-gehäuse1-

heißt Konstrukt und Traum
Klischee und Wirklichkeit.
Wunsch und Fantasie
und vielleicht auch Angst vor dem Anderen

“Vielleicht muss einem, wenn man im Gehäuse lebt, die Welt außen zum Klischee werden.” sagt Bernhard Schlink,
vielleicht lebt ein jeder von uns in solch einem Gehäuse…. vielleicht lebten wir bewusster, wenn wir darum wüssten.

In Käthe Elters Arbeit geht es um
Menschen, die sich begegnen und nicht begegnen.
anschauen und nicht anschauen.
-und meinen zu wissen was der andere zu sagen hätte.
und wer er sein sollte.

Um Wünsche, Gedanken und Konstrukte. Systeme in denen wir uns bewegen und auf andere Systeme herabschauen, weil es bequem ist. Und vor allem aber um Zeichnung.”

So beschreibt die Künstlerin Käthe Elter ihre Zeichnungsreihe “gehäuse1”.

Die Zeichnungen sind noch eine Weile in der VeränderBar, Görlitzer Straße 42, 01099 Dresden ausgestellt. Ich kann es nur empfehlen mal vorbeizuschauen und über Käthes Worte nachzudenken während ihr euch ihre Zeichnungen anschaut.

Hier ein paar Impressionen von der Vernissage:

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Rauf auf den süßen Zuckerhut

(Fast) Alle Jahre wieder fahren wir zu Pfingsten nach Adersbach. Auch dieses Jahr folgten wir dieser Tradition. Das Adersbach Wetter ließ uns natürlich nicht im Stich – wie alle Jahre wieder regnete es auch diesmal. Allerdings erst recht spät und nur wenig. So hatten wir die ersten Tage ordentlich was zu tun und auch zum Schluss konnten wir nochmal angreifen.

Eine herausragende Leistung hat Robert erbracht, der zum ersten Mal in Adersbach war [Nachtrag: Er war doch schonmal da, vor langer Zeit]. Er erklomm den Zuckerhut (Tschechisch: Homole) über die Route Süßes Tabu (Tschechisch: Sladké tabu) mit der Schwierigkeit Xc (Tschechisch!!) – also auf Sachsen umgerechnet vielleicht so XIa/XIb. So kämpfte er sich von Ring zu Ring nach oben und vollbrachte das was bisher nur sehr wenige Kletterer vollbracht haben – den Gipfel zu erklimmen.

Einige Eindrücke aus der schönen Felsenstadt gibt es hier:

http://baehrschn.clan-hbg.de/gallerien/ADR17/index.html (oder aufs Bild klicken)

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Robert beim erklimmen des Zuckerhuts.

 

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10 Tage Bleau in 10 Minuten

Ich habe nun das Filmmaterial unseres Osterurlaubs zusammengemengt und dabei ist ein kleiner hübscher Film entstanden.

Schau da: https://vimeo.com/217700859

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Ostereiersuchen in Bleau.

Endlich haben wir es wie zahlreiche andere Felsbegeisterte mal geschafft zu Ostern nach Fontainebleau zu fahren. Um es kurz und knapp zu halten: Es hat sich gelohnt!

Wir waren wieder zahlreiche Familien. Sigfried war der kleinste im Bunde und alle Kinder haben sich wunderbar um den Nachzügler der immer den Großen hinterher wollte gekümmert. Die Kinder organisierten sich sozusagen als eine sich selbst betreuende Horde. Was will man mehr. Die Kinder kümmern sich und die Eltern können schön entspannt bouldern.

Mit dem Wunsch meinerseits wenigstens eine 7a zu klettern, in Bleau wo man ja bekanntlich an den 5ern scheitert, hatte ich nach Tag 3 schon so gut wie abgeschlossen. Gut jedoch dass ich vor 6 Jahren den Tristan kennenlernen durfte, welcher nun nur 10 km von diesem tollen Ort entfernt lebt. Also trafen wir uns zum klettern. Als Local konnte er uns tolle Empfehlungen geben. Und jede seiner Empfehlungen konnte ich dann tatsächlich auch klettern. Witzigerweise waren es alles Boulder wo man unglaublich hoch antreten musste, was mir teilweise sehr leicht fällt. So konnte ich nachdem ich mich an die Kletterei gewöhnt hatte nicht nur einige high quality und super classic 7a´s klettern wie Le Joker, Bizarre Bizarre Sitzstart, Syphillis und Excalibur sondern sogar auch zwei 7b: Pensées Cachées und Haute Tension!!! Und schon war der Urlaub um und wir mussten wieder ins kalte Deutschland zurück.

Bei dem Trip sind hauptsächlich Videos entstanden, wo ich hoffe demnächst ein schönes Filmchen draus schneiden zu können. Leider habe ich erst am letzten Tag festgestellt dass ich die ganze Zeit in der geringsten Qualität gefilmt habe………………………….. 🙁

Ein paar Bilder sind in der Galerie zu finden:

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http://baehrschn.clan-hbg.de/gallerien/Bleau17/index.html

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Kompanj – Kroatien

In Dresden war es noch lange heiß. Ein unglaublich langer Sommer war es für uns, wenn man zurückblickt. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen den Sommer noch weiter in die Länge zu ziehen. Und so nutzten wir die letzte freie Zeit um noch einmal zu verreisen.

Diesmal ging es nach Kroatien, Kompanj. Das ist in Istrien, sehr nah bei Osp. Das Wetter war gut, fast noch zu heiß um in der Sonne zu klettern. Und es gab nur einen Schattensektor. Aber unglaublich schöne Routen an überhaupt nicht abgespeckten Felsen. Es gibt steil, senkrecht, platten, Sinther, Löcher. Die 6er waren alle sehr hart bewertet und nicht allzu groß vertreten. Die 7er waren auch recht knackig. Felix konnte zwei 8a´s klettern. Ich hab mich diesen Urlaub etwas gehen lassen aber war dann doch sehr glücklich als ich in ne 7b+ eingestiegen bin und sie dank Jonathan geflasht habe.  Die Sektoren sind eher klein, für ein bis zwei Tage. Wir waren auch zwei Tage an der Küste in zwei Klettergebieten wo Frank eine Route einbohrte und Tino sogar zwei. Wenn man von Kompanj nach Rijeka fahren will lohnt es sich übrigens wirklich die Maut von 5 Euro für den Tunnel auszugeben. Als wir den Pass gefahren sind war sogar den Fahrern schlecht.

Einen tollen Schlafplatz hatten wir gefunden – der Parkplatz zu dem Klettersektor Canyon de Buzet, mit einem Trimm-dich-Pfad, einer riesigen Fläche, einer Feuerstelle. Sogar das Zelt konnten wir aufbauen und es hat einfach niemanden gestört.

Was gibt es darüber noch zu sagen? Mandarinen wurden einem fast hinterher geschmissen und in Buzet gibt es eine großartige günstige Pizzeria sowie einen Supermarkt der täglich von 7-22 Uhr geöffnet hat.

Leider ist zuhause eine meiner Speicherkarten kaputt gegangen. So kann ich nicht wirklich in Bilder ausdrücken wie schön es da war und dass man da durchaus mal hinfahren sollte.

Jetzt planen wir schon den nächsten Urlaub nach Spanien 🙂 El Chorro. Zu Weichnachten. Kommt doch mit.

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Die letzten Tage…

Seit fast schon drei Monaten sind wir wieder daheim, genau so lang, wie wir unterwegs waren. Sigfried ist wieder im Kindergarten und läuft nun. Felix lehrt Kindern wie man mit Zahlen umgeht und ich habe wieder angefangen zu studieren. Aber eigentlich wollte ich noch über die Schmankerl der letzten Woche Elternzeit berichten.

Nachdem wir uns aus Teverga verabschiedet hatten fuhren wir ans Meer. Unglaublich schön erstreckt sich die spanische Nordküste. Steilküsten und dazwischen idyllische Flecken Sandstrand. Allerdings nicht am Wochenende. Am Wochenende ist dort die Hölle los. Wir haben das an unserem Hochzeitstag erfahren müssen, als wir eine sehr lange, sehr schmale Dirtroad zu einem Strand hinunterfuhren und beinahe genau diese wieder rückwärts hochfahren mussten. Allerdings hat sich die Situation nach etwas Stress in Wohlgefallen aufgelöst und wir verbrachten einen schönen Sonntag Abend am Strand. Mit einem wunderschönen Schlafplatz nachdem sich die Spanier alle wieder zurückgezogen hatten.

Dann fuhren wir ins nächste Klettergebiet, nach Desfiladero de la Hermida. Die ersten zwei Tage waren unglaublich, nicht auszuhalten und untypisch für diese Region, heiß. Ein kühlender Fluss war die einzige Option für diesen Tag. Ich spielte mit dem Gedanken eher heim zu fahren, SO heiß war es. Am nächsten Tag begaben wir uns Richtung Pico Uriellu, den Felix und Frank besteigen wollten. Am nächsten Tag taten sie es. Leider konnte man den markanten Berg erst sehen nachdem man vom Parkplatz eine Stunde lang gelaufen war. Anstieg waren 3 Stunden.

Glücklicherweise kühlte es wieder ab und wir konnten noch ein paar Tage schön klettern und das Highlight waren die heißen Quellen, die direkt aus der Seite eines kalten Fluss in selbigen hineinflossen. Durch die Pools hatte man sämtliche Temperaturen. Wir verbrachten jeden Abend 1-1,5 Stunden darin. Der Hammer.

Und dann ging es wieder heim.

 

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New grade y mucho calor!

Venga! In den letzten Wochen wurden neue Schwierigkeitsgrade erobert, alte Freunde getroffen, tolle Städte erkundet, am Strand abgehangen und die Gruppe hat sich verkleinert.

Flughafendilemma. Ich fahre also nach Valencia zum Flughafen. Noch nie war ich in einer Stadt in der der Flughafen so bescheiden ausgeschildert ist. Also einmal quer durch Valencia durch. Da ein Schild zum Flughafen. Da noch eins. Jetzt keins mehr. Wohin? Eigentlich muss ich doch eher nach Norden. Also nach rechts. Da wieder ein Schild. Wieder keins mehr. Nach einer halben Ewigkeit komm ich doch noch an. Parkplatz am Flughafen, nein das gibt es nicht. Mal kurz im Parkhaus gucken. Da ist man auch schon drin. Naja schnell durchfahren und wieder raus, denn eine Minute Parken kostet 66 Cent. Man wird einmal durch das gesamte Parkhaus geleitet. Unglaublich dass ich mit unserem langen, breiten Auto nirgends anecke. Nach 6 Minuten ist man endlich durch das Parkhaus durch. Es kostet mich 86 Cent. Die ersten 5 Minuten waren wohl kostenlos. Naja mit nem Smart hätte man es wohl auch in 4 Minuten durchgeschafft… Also ab im Halteverbot stehen. Auf einmal halten alle vor und hinter mir. So jetzt ist Felix doch schon seit einer viertel Stunde gelandet, er hat das Handy immer noch aus. Was ist da los? Also mal ein paar Runden fahren, vielleicht steht er ja schon da. Nein. Also noch ne Runde um den Flughafen fahren. Und noch eine. Ok, wieder Halteverbot. Da kommt ein Sicherheitsmensch der mich wegschickt. So geht es immer weiter. Felix hat letztendlich eine Stunde Verspätung weil es in Berlin so heiß war. Ein Glück hat Sigfried nicht rumgestresst.

Von Herdentieren und Polizisten. Wir hatten uns entschieden die Klettergebiete um Valencia wegzulassen und düsen direkt weiter nach Cuenca, wo die anderen schon auf uns warten. In einer schönen Recreation Area an einem Fluss mit Flusskrebsen schlagen wir unser Camp auf. Am nächsten Morgen zieht eine Meute Schäfer vorbei mit ihrer Herde, bestehend aus 3000 Tieren, hauptsächlich Schafen, ein paar Ziegen, vielen Hunden, einem Esel und einem Pferd. Direkt durch unseren Frühstücksplatz durch. 2 Tage später kommen 200 Kühe vorbei und scheißen alles zu. Gar nicht so schlimm, denn nach der dritten Nacht kam die Polizei und meinte in etwa: „Ihr seid schon drei Tage hier, wird Zeit dass ihr abzischt.“

Cuenca. Es ist eine schöne kleine Stadt in der man sich vorstellen könnte zu wohnen. An die Altstadt auf dem höchsten Punkt der Stadt schließt sich der neue Teil an und wenn man raus aus der Stadt fährt kommen noch vor dem Stadtausgangsschild die ersten Klettersektoren. Löchrige Kalkwände durchziehen die Täler. Vertikal bis unglaublich steil. Das Klettern fetzt sehr, vorausgesetzt man findet die richtigen Routen und das ist nicht immer leicht. Zuallererst ist vieles ganz schön schwer (8a bis 9b+), 7b+ gibt es sehr viele, wir wollen doch aber 7c klettern (also wir Mädels). Dann ist viel gehackt. In fast jeder Tour ist mindestens ein gehackter Griff drin. Und zu guter Letzt kann man den Sternchenbewertungen herzlich wenig vertrauen… Hat man dann aber eine schöne Route gefunden, ist sie meistens wirklich sehr schön. Nur wird es langsam recht warm und bald werden wir weiterziehen nach Portugal ans Meer zu den gemäßigteren Temperaturen.

NEW GRADE. Bevor wir aber weiterziehen gelingt es mir 3 neue Schwierigkeitsgrad zu erreichen, wenn man so will. Wenn man 2 Monate lang immer zwei Tage klettert und einen Tag ruht scheint man wohl doch besser zu werden. So klettere ich meine erste 7c+ im 2. Versuch, also nach dem auschecken, mit der 5. Exe vorgeklippt. In dem glauben es wäre eine 7c und nur um zu schauen wie weit ich tatsächlich komme wenn ich auch noch klippen muss mache ich es nochmal ganz fair von unten. Und siehe da, da bin ich auch schon wieder am Umlenker. Zwei Tage später gelingt mir meine erste 7c im Onsight mit Exen selbst reinbringen. Und nochmal zwei Tage später gelingt mir mein erster 7c+ Flash. Toll. Ich hätte nie gedacht dass ich jemals 7c+ Klettern würde, bin ich doch zum Trainieren viel zu faul. Aber wenn das so durchs Vielklettern einfach reinläuft, freut man sich um so mehr.

Überwindung der Unwahrscheinlichkeit. Wie wahrscheinlich ist es einen alten polnischen Freund mit dem man vor über 5 Jahren im Josito gearbeitet hat in einem spanischen Riesensupermarkt anzutreffen? Sehr unwahrscheinlich. Aber genau das ist passiert. Und so gingen wir mit Yannik einen Abend lang klettern.

Unterwegs gen Westen. Viele Sektoren in Cuenca sind erst abends im Schatten. Nachdem wir 2 Abendsessions machten und die Haut durch die Hitze einfach nicht mehr mitmachte, zogen wir weiter. Einen großen Bogen um Madrid herum, damit wir dem Großstadtstress entgingen. Nach Madrid wurde die Landschaft immer flacher. Wo man nur hin sieht – goldgelbe Getreidefelder. ÜBERALL. Langsam werden sie von Olivenhainen abgelöst. Es wird immer wärmer. Irgendwann sieht man wieder Hügel. Da hinten liegt Portugal. Auf unserem Weg passieren wir viele kleine Dörfer. Fast jedes hat ein eigenes Castelo oder eine Festungsanlage. Gleich über die Grenze in Portugal schauen wir uns eine Festungsstadt an. Almeida. Aber es ist so unglaublich heiß, also fahren wir weiter. 200 Meter vor uns auf der Autobahn – ein brennender LKW. Immer mal hört man was explodieren und dann werden die Flammen größer. Doch nach nicht allzu langer Zeit haben die Rettungskräfte und der Löschheli alles unter Kontrolle. Wir skippen aufgrund der Hitze unsrer weiteren Anlaufpunkte und fahren direkt weiter bis zum Meer. Endlich ist es dort ganz angenehm. Felix meint sogar es wäre kalt.

Portugal. Das erste was Tino am Strand unternimmt ist Bodyboarden. So ambitioniert ist er, dass er in die nächste Welle rennt und sich dabei das Knie schrottet. Für ihn ist der Urlaub nun vorbei, kann er doch kaum noch laufen. Ab ins Krankenhaus. Währenddessen schauen sich Felix, Lisa und ich Aveiro an, eine hübsche kleine Altstadt hat es mit so süßen, für Portugal typischen Häusern, welche als Hausfassade Kacheln haben. Wir essen lecker Fisch. Tino war leider nicht so erfolgreich, ohne MRT Gerät schicken sie ihn wieder weg, können keine Diagnose stellen, also treten Lisa, Leo und Tino am nächsten Morgen den Heimweg an. Wir anderen daddeln am Meer ab und trinken Portwein, nachdem wir uns Porto, eine sehr sehr hübsche Stadt, angeschaut haben. Weiter fahren wir die Küste hoch zu Surfstränden und kleinen Städtchen. Portugal zeigt sich als wunderschönes Reiseland. Die tropisch wirkenden Eukalyptuswälder zieren die seicht bergige Landschaft, in welche immer mal hübsche Dörfer gebettet sind. Nur die Sprache verstehen wir nicht, gelesen ist es ok, aber gesprochen klingt es einfach nicht schön. Doch können die meisten Portugiesen auch etwas Spanisch. Das einzig unschöne an Spanien ist die Sache mit der Maut. Entweder man zahlt im Voraus mit einer Prepaid Karte, die es nur sehr selten zu kaufen gibt und bei denen man generell viel mehr vorauszahlt als man letztendlich braucht oder man macht es wie wir und fährt Autobahn und geht dann zur Post und bezahlt da. Das ist aber nicht so ganz einfach wie es einem gesagt wird. Sind wir doch zu 5 verschieden Postbüros gefahren und jeder erzählt etwas anderes. Nun haben wir an die Mautstelle eine Email geschrieben und hoffen dass sich alles klären wird. Sonst gibt es einen Strafzettel.

Spain Again. Auf der Brücke von Portugal nach Spanien eckt Felix erst einmal richtig schön mit dem Auto an. Dann fahren wir durch wunderschöne Eukalyptus – Esskastanienwälder an einen tollen Strand mit super Wellen und kaltem Wasser. Dann wollen wir aber endlich mal wieder in die Berge und fahren Richtung Picos de Europa. Das Top Sportkletterziel dort soll Teverga sein. Wir fahren also in die Berge hinein, die Temperatur sinkt. Wolken. Nieselregen. Das erste Mal seit einigen Wochen.

Teverga. Die Basis für das Gebiet bildet das Dorf Entrago. Hier gibt es einen großen Parkplatz wo viele spanische Wohnwagen stehen. Interessant. Es gibt ein Klo und eine Dusche. Alles kostenlos. Auf Anfrage sogar eine warme Dusche. Jeden Morgen um 10 kommt die Bäckersfrau und hupt laut. Direkt daneben die Polizeiwache. Campen in Spanien ist verboten. Doch wenn sich der Bergsteigerverein voll reinhängt und die Stadtvorsitzenden sowie Polizisten Kletterer sind, dann funktioniert es eben einfach. Toll. Und so Klettern wir tolle Routen an ungewohnt rauen Kalkstrukturen, denn das Gebiet ist mehr oder weniger ein Geheimtipp oder zumindest ist es nicht so berühmt wie Margalef und Co. Felix und Jule sagt es nicht so zu und da Felix eh krank ist und Jule nun eher zuhause sein muss treten sie noch am selben Abend, natürlich erst nach meinem leckeren Geburtstagsdinner, den Heimweg an. Bleiben also nur noch zwei Busse. Uns fetzt es aber sehr, nur das Lagergelände ist manchmal nicht sehr kinderfreundlich und mit Siggi der grad nen Entwicklungsschub hat ist es dann nicht so einfach am steilen Wandfuß. Sobald die Sonne weg ist wird es ganz schön kalt. Früh traut man sich nicht aus dem Auto bis die Sonne da ist und das dauert lang, denn sie kommt erst am höchsten Punkt des Berges über ihn gelunzt… Das Problem ist, dass dann schon fast aus allen Sektoren der Schatten raus ist…

Fahrradtour. Am Ruhetag haben wir Fahrräder ausgeliehen mit drei Kindersitzen und sind erst 20 km bergab zu einem Bärengehege gefahren und dann alles wieder hoch. Die Kinder sind lustig in den Sitzen eingeschlafen und uns brannten die Oberschenkel auf den letzten Metern ganz schön dolle.

Langsam geht’s zu Ende. Nicht mehr viel Zeit bleibt uns, dann müssen wir wieder daheim sein. Wir versuchen die letzten Tage noch zu genießen. Langsam spürt man aber doch den Hochsommer in Spanien, obwohl es bis auf die letzten zwei Wochen echt immer super geklappt hat mit den Schattensektoren und wir nie wirklich geschwitzt hatten. Bis Portugal waren wir nicht mal wirklich braun geworden. Dafür dort umso mehr. Morgen geht es nochmal ans Meer und die Jungs wollen dann noch den Pico Uriellu besteigen, ein sehr markanter Gipfel im Nationalpark.

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Es krabbelt und sitzt und daneben wird geklettert.

Diese Kinder. Welchem Umstand ist geschuldet, dass die Lisa lang nicht schrieb? Wird der Umstand doch geduldet da es an den Kindern liegt. Viele Kinder, wenig Freizeit. Und doch haben wir so viel Spaß. Freud und Leid liegt dabei so dicht beisammen, dass man sie nicht auseinander halten vermag. Und so wird ständig gelacht und geweint. Warte mal. Irgendwer weint irgendwie fast immer. Voll nervig. Naja so is das ebend………..

Margalef. Nach dem letzten Blog wurden wir in Margalef mit murmelgroßen Hagelkörnern begrüßt. Der Parkplatz war leer, die Saison vorbei. Dennoch fanden wir TOP Bedingungen vor. Gut auf dem Parkplatz in der Sonne war es kaum auszuhalten, aber sobald man im Schatten am Fels war zogen wir teilweise sogar die warme Daune an um nicht zu schnell auszukühlen. Wenn man nur drei bis vier Routen – natürlich der quengeligen Kinder wegen – am Tag klettern kann muss man eben sehen wie man zwei Stunden nach der Aufwärmtour noch warm ist… Margalef gefiel allen sehr gut. Mir selbst lag es auch ungemein und ich freute mich diesen schönen Ort auf unserer Reiseroute passieren zu dürfen. So waren viele 7b+ flashs bei mir drin und auch 7c ist teilweise sehr schnell (2.Go) gefallen. Felix knipste ein paar 8a´s ab und auch die anderen waren sehr erfolgreich beim Vertikalsteigen. Margalef überzeugte aber nicht nur durch seine Landschaft und seine tollen Klettersektoren, auch ein Lehmofen unter einem Überhang bereitete uns große Freude, denn dort backten wir eines Abends fleißig Pizza und noch besser – an einem Quellaustritt an welchem wir durch eine Höhle, also den unterirdischen Fluss, krabbelten, entdeckte ich eine gekühlte, geschlossene Bierdose. Weitere Highlights aus Margalef waren das leckere Geburtstagsgrillen von Jonathan, die super geile Lisa-Geburtstags-Burger-Aktion. Außerdem erweiterte sich unsere Buskarawane von 3 auf 6 Busse, denn Jule+Felix+Lino, Tinos Eltern und Frank+Julia+Enola+Janko stießen zu uns. Tinos Eltern fuhren allerdings wieder noch bevor wir Margalef verließen.

Parkplatzsituation. Obwohl alle so sehr an Margalef hingen fuhren wir doch weiter Richtung Rodellar. Da die Übernachtungssituation fraglich war suchten wir vorerst einen Platz am Fluss zum nächtigen. Dieser Platz erwies sich wieder einmal als perfekter Schlafplatz, sodass wir immer nur eine Nacht in Rodellar und zwei Nächte am Fluss schliefen. Dort konnten wir Baden, Grillen, Feuern, Waterlinen, Kayakfahren, Schorcheln, Fischotter sehen, Höhlen erkunden und alles was das Herz begehrt. Zur Parkplatzsituation in Rodellar ist zu sagen: Obwohl man auf dem Parkplatz eigentlich nicht schlafen darf und es mit hoher Geldstrafe (laut Schildern um die 150 Euro) geahndet wird, wird es außerhalb der Hochsaison doch geduldet. Als wir eines Wochenendmorgens unser Frühstückszeug ausgebreitet hatten und der Parkplatz zum Bersten voll mit Übernachtungsgästen war kam die Polizei über den Parkplatz gefahren und hat uns sogar angelächelt. Wie könnten sie auch anders – mit so vielen süßen Kindern.

Spanisch und die drei Planeten. Die erste Nacht verbrachten wir jedoch bei Tito. Tito ist ein alter Bekannter von Frank, Julia und Felix, der sein Haus mitten in den Wäldern kurz vor Rodellar stehen hat. Der Abend war sehr interessant, denn Freunde von Tito waren da, mit denen man mal wieder sein Spanisch auffrischen konnte, welche außerdem ein Teleskop hatten durch das wir den roten Mars, den Saturn mit seinem Ring und den Jupiter mit seinen vier Monden sehen konnten. Spaßeshalber richtete ich mein Tele auf den Jupiter – und siehe da, ich konnte den Jupiter mit seinen vier Monden fotografieren. Beim Saturn gelang es leider nicht, der leuchtete einfach zu hell sodass der Ring auf dem Foto nicht zu erkennen war.

Rodellar. Die Feigenbäume hängen voll. Der Parkplatz ist etwas gefüllt. Die Hitze drückt. Es regnet. Es kühlt sich ab. Ui ist das kalt. Das soll spanischer Sommer sein? Ja, super Bedingungen. Fele und Isee stoßen zu uns, ebenfalls Petra+Matthias+Kilian. Nun sind wir 6 Busse und ein Kombi. Doch Käthe und Jonathans Zeit ins Spanien rast auf das Ende zu. Käthe beendet ihren letzten Klettertag erfolgreich mit ihrer ersten 7a+! Dann verlassen sie uns leider und treten den Weg Richtung Heimat an. An ihrem letzten Abend haben wir allerdings nochmal eine ordentliche Abschlussfete am Fluss. Und wir tanzten bis in den frühen Morgen hinein. An Feles erstem Ruhetag ging die erste Truppe zum Canyoning. Außerdem bestiegen Fele und Isee die Nadel ganz hinten im Tal bevor sie sich für zwei Tage nach Riglos verabschiedeten. Felix und die Jungs Kletterten fleißig 8a´s und zur Belohnung gingen wir lecker Lammrippchen essen. Auch Jule hat ne 8a geklettert als sie beim Auschecken merkte, dass die Tour nur aus Henkeln besteht. Nervig ist allerdings, dass jeder spanische Kletterer nen Hund haben muss der überall hinkackt, selbst wenn es der Busch drei Meter neben unserem Lagerplatz ist wo wir gerade Mittagessen.

Aufgezwungene Ruhetage. Ich selbst komme in Rodellar nicht so viel zum Klettern. Erst brauche ich mal mehr als einen Ruhetag, denn seit über 5 Wochen fahren wir den Rhythmus 2 Tage Klettern 1 Tag Ruhe. Ich mache also drei Ruhetage. Am vierten Tag machen Jule, Felix, Tino, Matthias und ich die Canyoningtour, Ruhetag Nummer 4. Ziemlich fetzig. Und wie warm so ein Neoprenanzug ist. Irgendwann wird es dennoch Arschkalt in so einem Gebirgsfluss. Und wie gut das auf einmal geht von weit oben ins Wasser zu springen – wenn man keine andere Wahl hat. An diesem Tag oder besser in der Nacht bekommt Sigfried Fieber. 40°C. Am 5. Tag klettere ich genau eine Aufwärmroute. Sigfried hat immernoch Fieber. Maximum 40,2°C. Gruselig. Wir verbringen den Tag damit, dass er fast Nonstop auf meinem Bauch in der Hängematte schläft. Zu Felix will er nicht. An Ruhetag Nummer 6 gehe ich erst gar nicht an den Felsen, denn er gleicht dem Tag davor, nur Maximumtemperatur 40,3°C. Ein Glück, an Tag 7 ist das Fieber weg. Und dann kommt der Ausschlag. Grad noch so einem Arztbesuch entgangen. Es war das Drei Tage Fieber in seiner extremsten Form. Jedoch haben nun die anderen Ruhetag und obwohl eigentlich niemand von Rodellar weg will fahren wir doch weiter. Petra und Matthias fliegen wieder heim und Fele wird von Isee zum Flughafen gebracht. Felix nehmen sie gleich mit, denn der muss nach Hause Zeugnisse verteilen.

Albarracín. Das ist unser nächstes Ziel. Endlich mal wieder Bouldern. Sigfried und ich nun zu zweit im Bus, das Bett ganz für uns allein und beim Bouldern kann man immer mal schnell ein paar Versuche schießen. Langsam wird es wieder wärmer, aber noch ist lange Hosen Wetter und so ziehen wir hinein in den Wald mit dem Buggy über den Buggyhighway. Das erste Mal Albarracín für mich. Hier will ich schon seit Jahren hin. So schön dieser Kieferngeruch. Versprüht Urlaubsfeeling ohne Ende. Und dieser tolle rote Sandstein. Und dann auch noch Felsmalerein. Und dann auch noch einige 7a´s geklettert. Genauso habe ich mir das vorgestellt. Tino und Lisa hatten uns für die ersten zwei Klettertage verlassen und stießen dann wieder zu uns. Sie wurden auf dem Parkplatz von Polizisten in Zivil gefilzt, gefragt ob sie Drogen hätten. Als sie Leo sahen ließen sie von ihnen ab. Außerdem hätte der Polizist gemeint man könne auf dem Parkplatz schlafen. Da die Situation hier allerdings heikel ist fahren wir jeden Abend auf den nächsten Parkplatz wo übernachten erlaubt ist. Auch wenn es dort nicht so besonders schön ist und der Schatten fehlt. Den Babys gefällt es hier auch unheimlich gut, denn die Lagerplätze sind ein Traum. Nach fünf Klettertagen brechen die anderen Richtung Cuenca auf. Ich bleibe mit Sigfried noch eine Nacht. Heute Abend hole ich Felix in Valencia ab und dann werden wir ihnen folgen. So ein Tag getrennt von der Gruppe mit ein bisschen Ruhe ist auch mal was Schönes.

Die Babys. Ja was können die Babys eigentlich so neues??? Sigfried hat nen Zahn gekriegt! Unten links. Ist aber seit über einer Woche nur 1 mm draußen. Er will keinen Brei mehr so richtig, isst jetzt eigentlich ganz normal bei uns mit. Hat immer noch ein bisschen die Ich-heule-sofort-los-wenn-Mama-sich-entfernt-Phase. Außerdem steht er nun über die Beine auf und nimmt die Hände nur fürs Gleichgewicht. Manchmal steht er für einen Bruchteil einer Sekunde frei. Runterklettern klappt auch ganz gut. Aber eben nur ganz gut. Das heißt eigentlich muss man ihm die ganze Zeit hinterherrennen und dahinterstehen. Freien Kniestand beherrscht er sehr gut. Manchmal setzt er sich hin. Aber eher ungewollt. Seit zwei Tagen krabbelt er sogar immer öfter. Und sitzen klappt jetzt auch. Leo krabbel-robbt und sitzt wie ein Weltmeister. Und auf die Frage „Wo ist …“ nimmt er den Finger hoch und zeigt auf … . Seit ein paar Tagen hat er nun scheinbar auch das Aufstehen für sich entdeckt. Und Lino, der zappelt fröhlich vor sich hin!

 

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Unterwegs nach Spanien.

Elternzeit – was ist das eigentlich? Kinder sind Luxus und Elternzeit ist das Privileg möglichst viel Zeit mit dem Kind während der wichtigsten Entwicklungsphase seines Lebens, den ersten drei Jahren, zu verbringen. Eine Errungenschaft der Gesellschaft sollte man doch meinen. Wo man diese Zeit mit seinem Kind verbringt spielt dabei keine Rolle. Wenn Sigfried sich später mal daran erinnern könnte was er für eine schöne Elternzeit mit uns in Spanien hatte, wäre er uns sicher sehr dankbar. Wir sind ihm auch sehr dankbar, denn ohne ihn hätten wir keine Elternzeit.

Deutsche Autobahnen. In Deutschland darf man sehr sehr schnell fahren. Das kostet Sprit und man ist schnell am Ziel. Wenn man aber so einen Tino vor sich hat der nicht schneller als 120 fahren kann und am liebsten auch noch 110 fährt, dann braucht man eben eine Weile, dafür kommt man dann aber auch mit einer Tankfüllung über 1000 km weit. Unser erster Stop lag noch vor der Pfalz. Bei schönstem Wetter wachen wir auf und lassen den Urlaub gemächlich beginnen. Alles muss seinen Platz finden, Routine soll sich langsam etablieren. So fahren wir weiter in die Pfalz und sind erst 13 Uhr am Fels, pünktlich zum Mittagsschlaf. Felix probiert Magnetfinger, 9+, und scheitert. Die Felsstrukturen im Sandstein hier sind sehr interessant für uns, gibt es solche doch im Elbsandstein gar nirgends.

Das Busleben beginnt. Wir genießen das Leben in unserem Bus. Sigfried auch. Der schläft durch. Oder zumindest will er auf einmal nachts nichts mehr trinken. Abgestillt in der ersten Urlaubsnacht. Am nächsten Tag regnet es Bindfäden. Felix probiert nochmal Magnetfinger, klettert ihn, und dann machen wir uns auf den Weg Richtung Frankreich. Wir wollen nach Baume-Les-Dames. Regen. Wir schauen nach dem Wetter und erst ab Seynes ist es wieder gut angesagt. Nach 8 Stunden Fahrt durch den Regen erreichen wir Seynes. Sternenhimmel. Wie schön dass wir endlich wieder unabhängig von Terminen reisen können. Auf unserem Weg gibt es einen Berg an dem Günter nicht recht zieht. Tino meinte es qualmte so schwarz aus dem Auspuff dass die rote Farbe nicht mehr zu erkennen war. Eine Warnleuchte flackerte auf, „Vorglühanlage/Motorelektronik“ zeigt diese an. Sie war aber nur orange, ich ließ mich also nicht aus der Ruhe bringen, wir wollten es uns am nächsten Tag anschauen.

Seynes. Im Dunkeln kommt man an. Todmüde fällt man ins Bett, weiß nicht wie es draußen aussieht. Am Morgen registriert man den sommerlichen Geruch von frischem Thymian, noch bevor man das Bett verlässt. Endlich. Frankreich. Man steigt aus und sieht überall Glasscherben von ehemaligen Autoscheiben auf dem Parkplatz. Tatsächlich. Frankreich. Dann sieht man sich um und über einem erstreckt sich ein laaaanger Felsriegel mit Sinthern. Perfekte Bedingungen. Wir Muttis, Lisa und ich, brechen auf zum frohen Steigen, die vier Männer bleiben am Auto. Der Zustieg – nicht mal 10 Minuten. Nach jeweils vier Touren kehren wir ohne Haut und Kraft zurück. Am Nachmittag sind die Papas dran. Sigfried kletterte an diesem Tag auch. Ganz alleine auf den kleinen Sigfried Stuhl drauf. Einen Tag blieben wir noch und kletterten super tolle Routen. Dann brachen wir auf nach Belmont-sur-Rance.

Belmont-sur-Rance. Freunde von Lisas Eltern leben hier auf einem alten Hof zusammen mit zwei Hunden, einer Katze, drei Eseln. Hier verbringen wir den Ruhetag. Leo und Sigfried Baden im Spülbecken. Wir Duschen. Wandern in ein Ruinendorf in denen ganz paar Jahre Hippies gelebt haben, durch Esskastanien- und Steineichenwälder. Abends lecker kochen – mal keine Nudeln. Ich trinke Wein, denn ich habe ja abgestillt.

Carcasonne. Nach einem Tag verlassen wir den Hof und fahren Richtung Targassonne. Auf dem Weg liegt Carcasonne. Eine Stadt bekannt aus einem Brettspiel. Wie wird es da wohl aussehen? Na los, mit den Kindern können wir eh nicht ewig fahren. Eine riesige Festung tut sich vor einem auf, direkt angrenzend an die richtige Stadt. Perfekt erhalten aus alten Zeiten ist die Festungsstadt. Natürlich lebt da keiner mehr, es ist nur noch eine Touristenfalle mit zahlreichen Schnickschnackläden. Dennoch kann man sich sehr gut vorstellen wie da früher gelebt wurde. Die Häuser sind klein. Das Schloss riesig. Eine Große Kirche. Keine Autos.

Targassonne. Weiter geht es an die Grenze von Spanien und Frankreich. Wir fahren durch die Pyrenäen hinauf auf etwa 1800m. Es erinnert uns an die Rocky Mountains. Die Pferde und Kühe, welche frei herumlaufen und riesige Glocken am Hals tragen, erinnern eher an die Alpen. Die Großen Granitblöcke die herumliegen ähneln denen in Bishop. Auf der Suche nach einem Kletterführer stoßen wir auf die französische Kletterzeitschrift „Grimper“. Lustiger weise ist genau in dieser Ausgabe ein Beitrag von Bastien und Hervé über die Sächsische Schweiz und Dolni. Noch witziger ist, dass ich auf einem Foto kletternd zu sehen bin. Letztendlich haben wir keinen Kletterführer und müssen erst etwas Suchen bis wir die richtigen Stellen zum Bouldern finden, aber auf einmal tun sich überall gechalkte Linien auf. Die Lagerplätze so kinderfreundlich, der Zustieg 3 Minuten. Ein Traum. Zwei Tage feinstes Bouldern am Granit. Die Landschaft so genial mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Mir taugt es sehr, Felix auch, doch den anderen nicht so und am Nachmittag soll es ja eh Regnen, also fahren wir weiter nach Tres Ponts über die Grenze.

Tres Ponts. Erstmal Ruhetag, die Haut wurde vom Granit ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Baden im Fluss, Bus bekleben, Reserven auffüllen. Am nächsten Morgen stoßen Käthe, Jonathan, Mascha und Nele zu uns. Dann klettern in der Nordseite. Dennoch bleibt die Sonne bis 13 Uhr in der Wand. Geile Routen warten auf uns. Schöne 7b´s und 7b+ klettern Lisa und ich. Die Jungs probieren und klettern 7c+. Dort klettern wir zwei Tage. Zum Ruhetag gehen wir auf den Markt in Organya und zum Fleischer. Es endet mit 33 Euro Fleisch und einem Grillabend am Fluss. Am Morgen gibt es die Holunderlimo, die wir am Abend angesetzt haben – lecker.

Figols. Dann klettern wir zwei Tage in Figols. Zwei Wände die im Kletterführer nicht viel her machen. Auch gleich bei Organya. Doch wir werden mit unglaublich schönen Routen überrascht. Lisa und ich flashen ein paar 7b+, insofern sie nicht überhängend sind. Felix klettert eine 7c+/8a namens Orgasmus. Für zwei Tage Abstecher sind diese beiden Wände wirklich zu empfehlen.

Spanische Idylle. Unser Basecamp ist so schön, kurz vor Organya an einem Fluss. Holunderbüsche, Oregano, Thymian, Rosmarin. Direkt neben einem Feld. Die Jungs haben eine Badestelle gebaut und eine Feuerstelle am Fluss. Die 4 Kinder spielen ganz toll miteinander, nur Sigfried der kleine Störenfried braucht immer 2:1 Betreuung – alle Spielen schön auf der Decke, Sigfried robbt zum nächsten Tisch, zur nächsten Kiste, zum nächsten Stuhl um sich da hochzuziehen und kurz darauf umzufallen oder er verspeist Steine oder sonstiges was er nicht soll, oder er zieht Leo an den Haaren, am Hut, am Ohr, an der Wange, klettert über ihn drüber, Hauptsache Leo heult danach. Interessanter Weise spielen die Kinder aber immer auf einem Haufen und nie sonderlich weit entfernt von einander. Leo fängt an mit krabbeln. Sigfried hat sich in die süße Nele verguckt, so macht es manchmal den Anschein. Abends kochen alle zusammen. Käthe und Jonathan bereichern unsere Gruppe vor allem mit kulinarischen Köstlichkeiten. Käthe ist ne super Köchin und jetzt gibt es statt jeden Abend Nudeln mit Tomatensoße ständig sowas wie Pfannkuchen und Burger. Und dann spielen wir Dominion oder Wer bin ich. Schweren Herzens verlassen wir unseren Lagerplatz, welcher bis auf den Aasgestank der immer mal zu uns strömte, perfekt war. Und so fahren wir dahin durch das was ich an Spanien so liebe – die Spanische Idylle. Wo man hinschaut Mohnfelder, Getreidefelder, terrassiert, Felsriegel, auf den Hügeln kleine Dörfchen – und wir mittendrin.

Santa Linya. Unser nächster Halt die große Grotte von Santa Linya. Vormittags gehen wir im Schatten an der Futbolin Wand klettern. Mir gelingt es eine 7c zu flashen – vermutlich eine leichte 7c. Am Nachmittag wechseln wir in die Grotte, deren Dimensionen man auf einem Foto nicht festhalten kann. Jonathan klettert trotz Bienennest sein 8a Projekt. Der Bienenstich war es ihm wert. Es ist deutlich wärmer als in den Bergen. Die Sonne drückt, aber im Schatten fetzt es. Nur dieser schon wieder viel zu zutrauliche spanische Fuchs macht mich etwas nervös. Aber auch diesen haben wir nun hinter uns gelassen, wir machen uns heute auf nach Margalef.

Sigfrieds Beitrag: qawqqqqqqqqqqqqqqqqqqqw YA!AS VEWCE SCBD CC

PS. Günter hat beschlossen seine Orange Warnleuchte wieder erlöschen zu lassen. Ich wusste er lässt uns nicht im Stich.

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Spanischer Sommer

Wie der ein oder andere schon mitbekommen hat… wir machen schon wieder Urlaub. Nein. Elternzeit. Diesmal geht es an die 3 Monate nach Spanien. Zwischendurch nochmal nach Dresden, denn Felix ist ja nun Klassenlehrer und muss Zeugnisse austeilen. Dennoch werden wir den Großteil des Sommers in Spanien verbringen um richtig schön zu schwitzen. Warum nach Spanien? Weils da so geil ist. Und natürlich weil der kleine Sigfried am allerliebsten nackig ist.

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Vorbereitungen sind getroffen. Für jedes Familienmitglied gibt es mindestens ein Superheldenteddykleidungsstück. Morgen Abend wird sich der rote Bus gen Pfalz bewegen wo wir Station machen. Ihr seid hiermit wieder herzlich eingeladen unserer Reise virtuell zu folgen oder uns gar zu besuchen. Und klaro auch zu schauen wie prächtig sich unser klein Sigfried entwickelt.

Ahoi,

Felix, Sigfried und Lisa

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